Standards

Die Aufnahme für eine ordentliche Mitgliedschaft orientiert sich an den Standards, die entwickelt wurden, um eine fundierte und professionelle Qualität von Ausbildung und Berufserfahrung zu sichern.

 

I. Erforderliche formale Ausbildungsstandards für die Anerkennung als TanztherapeutIn BTA

I.1. Formale und persönliche Voraussetzungen:

I.1.1. Dauer der Weiterbildung: mindestens vier Jahre
I.1.2. Abschluss nicht vor dem 27. Lebensjahr
I.1.3. Abgeschlossenes Hochschul- oder Fachschulstudium oder abgeschlossene Berufsausbildung in einem sozialen, medizinischen, therapeutischen, pädagogischen oder künstlerischen Berufsfeld.
I.1.4. Mindestens einjährige Berufserfahrung
I.1.5. Nachweis von fundierter Tanz- und Bewegungserfahrung

In Ausnahmefällen und bei besonderer Eignung kann die Aufnahme auch abweichend von Punkt I.1.3 oder I.1.4 erfolgen.

I.2. Formale Anforderungen an die Weiterbildung

I.2.1. Nachweis über eine kontinuierliche Weiterbildungsgruppe und Gruppenseminare von mindestens 480 UE tanztherapeutischen Inhaltes (z.B. Chace-Technik, Authentic Movement, Körperbildarbeit, Grundlagen der Anatomie) sowie 120 UE Bewegungsanalyse nach Laban/Kestenberg.
I.2.2. Fundierte Theorie im Rahmen der Ausbildungsseminare zu den Grundlagen von: Tanztherapie, Anatomie, Psychologie und Diagnostik
I.2.3. 80 Stunden ausbildungsbegleitende Lehrtherapie im Einzelverfahren. Die Qualifikation der Lehrtherapeutin (Tanz- und/oder Psychotherapeutin) muss vom Ausbildungsinstitut gewährleistet und bestätigt werden. Tanztherapeutische Gruppen- und Einzelsupervision im Ausmaß von mindestens 60 Stunden. Die Qualifikation der Supervisorin (Tanztherapeutin) muss vom Ausbildungsinstitut gewährleistet und bestätigt werden.
I.2.4. Praktikum in Form von mind. 200 UE eigenständig durchgeführter tanztherapeutischer Arbeit im Einzel- und Gruppenverfahren.
I.2.5. Tanztraining während der Weiterbildung im Ausmaß von mindestens 100 UE.
I.2.6. Abschluss der Weiterbildung durch Vorlage einer Abschlussarbeit und ein Abschlusskolloquium.
I.2.7. Der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung berechtigt zum Führen der Bezeichnung "Dipl. Tanz- und Ausdruckstherapeutin BTA".

II. Verfahren für die Anerkennung als Tanztherapeutin BTA

II.1. Institute, die den oben genannten Standards entsprechend weiterbilden, werden beim Berufsverband nach Ansuchen desselben registriert. AbsolventInnen erhalten unter Vorlage des Diploms die ordentliche Mitgliedschaft und die Registrierung als Tanztherapeutin BTA.

II.2. Sonderregelungen

II.2.1. Für Personen, die an nicht registrierten (in- oder ausländischen) Instituten ihre Weiterbildung absolviert haben, oder Personen, die sich anderweitig die entsprechenden Qualifikation angeeignet haben, besteht die Möglichkeit, eine vergleichende Darstellung ihrer Ausbildung in Bezug auf die Ausbildungsstandards einzureichen.

III.: Erforderliche formale Ausbildungsstandards für die Anerkennung als TrainerIn/AusbildnerIn BTA in Tanztherapie-Weiterbildungen

III.1. Ausbildung:

III.1.1. Eine abgeschlossene tanztherapeutische Ausbildung, die den Standards des BTA entspricht.
III.1.2. Schilderung über die Teilnahme an mindestens 150 Stunden Tanz- und Bewegungsunterricht in chronologischer Folge.

III.2. Berufliche Erfahrung:

III.2.1. Nachweis über fünf Jahre tanztherapeutische Tätigkeit von mindestens 2000 Stunden nach Abschluss der Weiterbildung mit mindestens zwei verschiedenen Zielgruppen. Davon sollen zwei Drittel der Stundenanzahl an einer Institution aus dem klinisch/therapeutisch/medizinischen Bereich (z.B.: Kliniken, Praxen, Beratungszentren, therapeutische Einrichtungen, Rehabilitationszentren, therapeutische Heime, etc) sein. Tätigkeiten in freier Praxis werden zu einem Drittel der Stundenanzahl anerkannt und müssen stichprobenartig dokumentiert werden. Sowohl gruppen- als auch einzeltherapeutische Tätigkeit müssen darin enthalten sein.

III.3. Schulung

III.3.1. 60 Stunden qualifizierte Supervision nach Beendigung der Ausbildung, davon muss mindestens die Hälfte fachspezifisch (tanztherapeutische Supervision) sein. Der/Die SupervisorIn muss dabei über eine der folgenden Qualifikationen verfügen: LehrtherapeutIn in Tanztherapie (BTA oder adäquate Anerkennung), LehrsupervisorIn (ÖVS oder vergleichbare Anerkennung). LehrpsychotherapeutIn. Für SupervisorInnen, die in keiner dieser Vereinigungen gelistet sind, muss beim BTA gesondert angesucht werden. Der/Die SupervisorIn darf nicht aus dem eigenen Arbeitsplatzumfeld stammen.
III.3.2 Nachweis über kontinuierliche Fort- und Weiterbildung von mindestens 200 Stunden nach Beendigung der Ausbildung.
III.3.3 Nachweis über 20 Stunden Fortbidlungstätigkeit im bereich der tanztherapie und Nachweis aus dem Bereich Fachpresse, wissenschaftliche Arbeit, Kongresstätigkeit oder berufspolitische Tätigkeit im tanztherapeutischen Bereich.

IV: Erforderliche formale Standards für die Anerkennung als LehrtherapeutIn BTA:

IV.1. Voraussetzung ist die Erfüllung aller Kriterien für die Anerkennung als Trainerin/Ausbildnerin BTA
IV.2. weitere Praxistätigkeit: Nachweis über drei selbstständig durchgeführte, supervidierte Einzelprozesse über je mindestens 30 Stunden. Der Nachweis erfolgt über eine zusammenfassende Dokumentation der Therapieverläufe (unter Angabe von Symptomatik, Diagnose, Psychodynamik, tanztherapeutische Interventionen und Ausblick) sowie die Bestätigung des/der SupervisorIn (Qualifikation der/des SupervisorIn siehe III.3.1). Die Dokumentation erfolgt unter Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen.

V: Erforderliche formale Standards für die Anerkennung als Aus- und Weiterbildungsinstitut BTA:

V.1. Standards

V.1.1. Als Voraussetzung für die Anerkennung als Aus- und Weiterbildungsinstitut BTA muss das eingereichte Curriculum mit einem Ausbildungsjahrgang vollständig durchlaufen sein.
V.1.2. Das Curriculum muss den Ausbildungsstandards für die Anerkennung als Tanztherapeutin BTA entsprechen. Dies muss aus der schriftlichen Darstellung des aktuellen Werbe- und Informationsmaterials des Instituts ersichtlich sein.

V.2. Lehrpersonal

V.2.1. Das Ausbildungsinstitut muss von einem/r anerkannten TrainerIn/AusbildnerIn BTA geleitet werden.
V.2.2. Der Fachbereich Tanztherapie muss zumindest zu 300 UE von anerkannten TrainerInnen/AusbildnerInnen BTA unterrichtet werden. Die restlichen UE können von TrainerInnen mit einer dem BTA vergleichbaren Ausbildung und ExpertInnen aus anderen Spezialgebieten unterrichtet werden.

V.3. Wahrung der Anerkennung

Die Anerkennung als Weiterbildungsinstitution und die Erfüllung der aktuellen Standards werden alle fünf Jahre neu überprüft und gegebenenfalls verlängert.

VI. Erforderliche Leistungen zur Berufsstandswahrung

V.1.1. Jede/r TanztherapeutIn verpflichtet sich eigenverantwortlich zur kontinuierlichen Weiterbildung, wenn sie/er die Berufsbezeichnung TanztherapeutIn BTA dauerhaft führen möchte.