Der tanztherapeutische Prozess

Voraussetzung für die tanztherapeutische Arbeit ist nach der Klärung des Settings (Rahmenbedingungen, Ziele, therapeutischer Auftrag…) der Aufbau einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung zwischen KlientIn und TherapeutIn.
Ausgangspunkt des therapeutischen Prozesses ist die Entdeckung und das Erlebbarmachen der persönlichen Ressourcen. Dabei werden zunächst das individuelle Bewegungsrepertoire und der Körperausdruck der KlientInnen gestärkt, was die psychische Stabilität und die Ich-Stärke aufbaut bzw. festigt.
Im weiteren Verlauf geht es über die Förderung von Achtsamkeit und Körperwahrnehmung um das Erleben und Verstehen der eigenen Bewegungssymbolik. Verbindungen zu aktuellen und lebensgeschichtlich bedingten persönlichen Themen können dadurch entdeckt und bearbeitet werden. Auch unbewusste Persönlichkeitsanteile können mehr und mehr bewusst gemacht und integriert werden.
Die KlientInnen haben die Möglichkeit, durch das Ausprobieren von neuen Bewegungs-, Handlungs – und Beziehungsmustern korrektive und heilsame Neuerfahrungen zu machen. So können neue Erlebens- und Verhaltensweisen erworben und im Laufe der Zeit in den Alltag transferiert werden.
An dieser Stelle kann die verbale Reflexion des Erlebten hilfreich sein, sie ist jedoch nicht zwingend nötig. Durch die vielseitigen Interventions- und Kommunikationsmöglichkeiten auf der Körperebene eignet sich die Tanztherapie auch für Menschen, die verbal nicht oder nur eingeschränkt erreichbar sind.
Vielfältige methodische Vorgehensweisen kommen in der Tanztherapie zur Anwendung. Je nach Klientel und therapeutischem Auftrag wird entweder spielerisch-kreativ, bewegungsanalytisch oder tiefenpsychologisch gearbeitet.

 

Verwendete Mittel und Methoden sind unter anderem:

  • Arbeit am Körperbild ( auch mit gestalterischen Mitteln )
  • Diagnostik und Interventionsplanung mittels Bewegungsanalyse
  • Arbeit mit den Bewegungskategorien nach Rudolf v. Laban
  • Bewegungselemente aus der psychomotorischen Entwicklung ( nach I. Bartenieff und J. Kestenberg )
  • Authentic movement (nach M. Whitehouse, J. Adler)
  • Arbeit mit Medien (Musik, Tücher, Stäbe, Bälle, … )
  • Elemente aus dem Tanz
  • Bewegte Imagination
  • Übungen zur Vitalisierung, Entspannung und Körperwahrnehmung
  • schöpferisch -  kreative Gestaltungsprozesse ( z. B. Biografiearbeit, Darstellung von Persönlichkeitsanteilen )
  • Verbale Reflexion